about

ein klingender Wachtraum… warum die Lieder des Sängers und Gitarristen von weit her zu kommen scheinen? die Skizze, ein Seelenabbild, liegt nun einmal nicht offen da. sie lässt sich nicht packen oder vorführen. wer das meint, produziert lediglich kitsch, und von nichts ist sascha weiter entfernt.
seine lieder mögen vom grunge beeinflusst sein, sein gitarrenspiel und sein gesang können vehement werden – aber immer weht etwas herüber vom fernen Kontinent der Seele, der nicht mit festen Schritten betreten und entwertet werden kann. Damit gelingt ihm ein Paradoxon: Seine Lieder stürmen voran, seine Elektro-akustische Gitarre, große Fußtrommel und sein Shaker (fußrassel) verbeißen sich in drängende Rhythmen und Figuren, und doch bleibt die Seele in jener Distanz, die notwendig ist, um sie sichtbar zu machen: als Färbung am Horizont. Diese Färbung zeigt sich, wenn Sascha vom rauen und schnarrenden Gesang, der sich zum Schrei steigern kann, in die Kopfstimme wechselt, wenn das Singen zum gedehnten Säuseln wird. Hier gräbt Musik, die nicht nur Popmusik ist, einen Schacht in tiefere Schichten, bis hinab zu orphyschen Mythen.
Indem diese Lieder von weit her kommen, gleichen sie Erscheinungen. Und Erscheinungen kommt man nicht auf den Grund – sie bleiben Geheimnisse. Andauernd entgleitet diese Musik den Schlagworten der emotionalen Bestimmungsschablonen. Sicher ist nur, dass das innerste Sehnen und das ärgste Bangen in ihnen steckt. Deren Trennung ist aber überwunden: Es entstehen wieder jene Ambivalenzen und Vermischungen, die uns durch die begriffliche Zergliederung des Gefühlslebens fremd geworden sind – eine Zergliederung, die von der konventionellen „Sparten“-Musik längst übernommen wurde und die uns ärmer macht.
Indem Saschas Lieder diese Zergliederung aussetzt, malt er nicht nur ein Abbild seiner eigenen Seele – es entsteht Musik, in der Gegensätze sich zum Kreis schließen. Ein heftiger Urschrei ist da nicht nur ein Zusammenbruch, sondern auch ein Durchbruch und ein Anfang